Bundesheer in Wien und NÖ

Hier ein kurzer Überblick über das Bundesheer in Wien und NÖ als Mediziner

Wie vom steirischen Kollegen berichtet, ist der Weg der Mediziner beim ÖBH zumindest für die Grundausbildung österreichweit der gleich:

  • 4 Wochen allgemeine Basisausbildung (ABA) im jeweiligen Bundesland
  • 4 Wochen Militärmedizinische Basisausbildung (MMBA) in Innsbruck, Graz oder Wien

Danach kommen aber die Unterschiede:

Bei meinem Einrückungstermin (ET) im Jänner 05 waren österreichweit 25 Mediziner eingerückt, davon 12 Wiener/Niederösterreicher. Diese wurden dann nach Bedarf auf die Kaseren in Wien und NÖ aufgeteilt und zwar folgendermaßen:

  • 3 direkt ins Heeresspital Wien
  • 2 in die Maria Theresien Kaserne in Wien 13
  • 1 in die Stellungskommission in Wien 2
  • 2 nach St. Pölten
  • 1 nach Bruckneudorf (Truppenübungsplatz)
  • 1 nach Wr. Neustadt (Jagdkommando)

nach 3 Monaten kamen alle, bis auf den Kollegen in Wr.Neustadt (freiwillig) ins HSp.

Die interessantesten Berichte gibts natürlich aus dem HSp, nachdem sich alle anderen mit Fieber- und Blutdruckmessen, Sesselwarmhalten, Baumbewachen oder ähnlich anspruchsvollen Tätigkeiten abfinden mussten.

Im HSp gibt es verschiedene Abteilungen, die nach Ermessenen des Dienstführenden Unteroffiziers zugeteilt werden. Davon werden von der Ärztekammer Wien an den Turnus angerechnet:

Dermatologie, HNO, Neurologie/Psychitrie, Interne, Chirurgie, Ambulanzdienst auf der Unfallchirurgie. Je nachdem, ab wann man ins HSp versetzt wird sind also bis zu 6 Monate Turnus drinnen. Leider gibt es auch Abteilungen, die nicht an den Turnus angerechnet werden (Ortho, Uro, Augen, Radio), also müssen ein paar leer ausgehen.

Dienstzeit ist offiziell von 0700h bis 1345h, der Nachmittag dient dem Selbststudium. Der einzige Haken an der Sache sind die Nachtdienste (von 0800h bis 0800h am nächsten Tag, bis zu 6/Monat), die aber im großen und ganzen relativ harmlos sind. Das Schöne am ÖBH ist ja, dass fast alle Patienten um die 20 Jahre alt sind und somit kaum ernsthafte Erkrankungen haben. Somit kann man viel Erfahrung sammeln, das soll heißen, kleinere Fehler haben kaum Folgen und fast jede Blutabnahme ist ein Erfolgserlebnis. Man wird also langsam an die Praxis herangeführt. Die Vorgesetzten sind allesamt ebenfalls Ärzte, d.h. der militärische Ton ist fast gänzlich verschwunden und es herrscht ein kollegiale Atmosphäre.

Und jetzt kommt der Clou: Nachdem ja im Jahre 1995 der Aufschub für den Grundwehrdienst abgeschafft wurde, gibt es nun einen massiven (Turnus-)ärztemangel beim ÖBH. Alle, die bereits den GWD abgeleistet haben können sich als "Zeitsoldat kurz" für mind. 6 Monate (+4 weitere) weiterverpflichten und werden in ihrer Funktion eingesetzt, d.h. ihr könnt insgesamt maximal 16 Monate beim ÖBH den Turnus abdienen!

ABER: bezahlt wird der normale Tarif für Zeitsoldaten (z.Zt.: ca. 850.- Euro/Mo) und lernen kann man nicht wirklich etwas (wie gesagt: fast alle sind jung und gsund) Zur Überbrückung der langen Wartezeit bis zum Turnusplatz ist es aber allemal besser als Taxifahren o.ä.

WICHTIG: Jeder Antrag bedeutet Arbeit für den jeweiligen Sachbearbeiter (Unteroffizier), also lasst euch nicht abschrecken von Meldungen wie "Geht nicht", "Es is nix frei", "Das ist eine Fehlinformation", etc.

Tipp für Studenten

Abschließend noch ein Tipp für all jene, die vor dem Studium ihren Präsenzdienst leisten mussten und jetzt erst studieren: Das HSp-Wien beschäftigt auch Famulanten, die als so genannte Funktionssoldaten arbeiten können. Dafür gibt es auch Bezahlung um die 1000.- Euro (je nach Dienstgrad). Allerdings sollte man da ein wenig Vitamin B (eziehungen) haben, aber einen Versuch ist es wert.

per Email von M.

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