KPJ - eine Informationsveranstaltung - oder?

Wir befinden uns im Jahre 2012 n. Chr. Ganz Österreich hat das klinisch-praktische Jahr für Medizinstudenten eingeführt... Ganz Österreich? Nein! Ein von unbeugsamen Wienern besiedeltes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten.

Auf jeden Fall wird es ein Jahr dauern, klinisch sein und praktische Elemente beinhalten. Man möge uns diese provokant gewählten Zitate von und im Zusammenhang mit der KPJ Infoveranstaltung verzeihen, aber leider scheint das wirklich repräsentativ für den Wissenstand über unsere zukünftige Ausbildung zu sein. Alles ist möglich, nix ist fix. Die einzig sichere Information scheint zu sein, dass die Curriculumskommission beschlossen hat ein KPJ einzuführen und der Senat das am 24.02.2012 auch beschließen wird. Der fehlende Senatsbeschluss ist auch der Grund, warum es von offizieller Seite noch keine Ankündigungen gibt. Allerdings hat der Senat laut ÖH sowieso nicht die Kapazitäten "um das alles durchzudenken", weshalb das KPJ vermutlich einfach so wie es vorgeschlagen wurde, beschlossen wird.

 

Die Rahmenbedingungen:

Das KPJ wird 48 Wochen dauern und auf jeweils 16 Wochen Innere, Chirurgie und Wahlfächer aufgeteilt werden. Eine Woche wird 35 Arbeitsstunden beinhalten, wobei diese 35 Stunden ein "all inclusive" Vertrag sein sollen, also inklusive aller Lernzeiten - veranschlagt mit fünf Stunden pro Woche - und Vor- und Nachbereitung. In der Dienstzeit kann es maximal drei bis acht Nacht/-Wochenend-/Bereitschaftsdienste pro Teilgebiet mit bis zu 24 Stunden geben, welche aber dann 1:1 als Freizeit abgegolten werden. Insgesamt darf ein Student fünf Fehlwochen - wie Urlaub, Krankheit, Pfeiffer'sches Drüsenfieber... - haben. Jedes weitere Fernbleiben muss nachgeholt werden, Sonderregelungen soll es bei längerer Krankheit, Schwangerschaft oder Ähnlichem geben. Fixe freie Tage sind der 24. und der 31.12.

Österreichweit soll das klinisch-praktische Jahr mit dem ersten Montag im August 2014 starten, was scheinbar zwischen allen öffentlichen medizinischen Universitäten abgestimmt wurde. Das heißt unser derzeitiger dritter Jahrgang wird als erster betroffen sein. "Wie man sieht ist die Opposition auch da", ist die Antwort auf eine Frage aus dem Publikum, nach der Graz noch nichts über ein 48 Wochen langes KPJ weiß - derzeit gibt es in Graz ein 30 Wochen langes praktisches Jahr.

 

 

Warum soll eigentlich ein KPJ kommen?

Naja - weil es die Ärztekammer (und das Gesundheitsministerium) fordert. Weil eine praktische Ausbildung am Patienten gegeben sein soll! Scheinbar sind zur Zeit diplomierte Mediziner aus Wien in der Praxis weniger zu gebrauchen. In den Famulaturen wird man meist nicht ernst genommen und weniger ins Team integriert, was bei 16 Wochen auf einer Station schon besser funktionieren soll. Außerdem soll die nationale und internationale Vergleichbarkeit (in Deutschland, Frankreich, Großbritannien usw. gibt es schon KPJs) aufrechterhalten werden. Das derzeitige Tertialsystem soll weiterentwickelt werden und mit der Zeit ist eine Turnusreform geplant. Der Plan sieht ein Jahr lang einen "common trunk" - der dank dem KPJ auf sagenhaft wenige neun Monate reduziert werden soll - vor, nach dem man sofort seinen Facharzt - unter anderem den Facharzt der Allgemeinmedizin - starten kann. Genauere Informationen gibt es dazu nicht, nur dass ein klinisch-praktisches Jahr eine unbedingte Voraussetzung für weitere Planungen und Verhandlungen sein muss. Ein Schnellschuss ist die ganze Geschichte natürlich auf keinen Fall, die ÖH hat ja schon seit 2010 Zeitungsartikel darüber publiziert!

 

Was laut ÖH schon für das KPJ erreicht ist:

Eine Famulaturreduktion von 18 auf zwölf Wochen, was ab 01.03.2012 gelten soll. Bis dahin sollen alle ihre bisherigen Famulaturpläne beibehalten. Danach soll vier Wochen Innere, vier Wochen Allgemeinmedizin und vier Wochen frei famuliert werden. Gefordert wird die Innere EU weit und die Allgemeine österreichweit. In der Allgemeinmedizin muss famuliert werden weil in andern Ländern mehr Allgemeinmedizin im Praktischen Jahr vorkommt. Die Selbststudiumszeit (eine Stunde pro Tag bzw. fünf Stunden in der Woche) soll auch schon beschlossen sein. Flexibilität ist ein Schlagwort: Das KPJ kann in allen akkreditierten Krankenhäusern absolviert werden - die Akkreditierungsbedingungen stehen natürlich noch in den Sternen. Nach 16 Wochen kann man wechseln wohin man möchte, auch internationale Transfers sollen möglich sein. Pro KPJler werden 2 Mentoren vorhanden sein, falls einer der beiden einmal krank oder nicht im Dienst ist. Es wird eine unabhängige Ombundsstelle geben, die sich um Beschwerden und Probleme der KPJler kümmert. Es wird kein Hammerexamen wie in Deutschland geben sondern nur einen Test, der die erlangten praktischen Fähigkeiten abprüfen wird.

 

Die ÖH arbeitet schon an einem Fragenkatalog für Krankenhäuser, der Dinge wie "wird es eine Unterkunft geben?", "erhalten die KPJler ein kostenloses Mittagessen?", "wie wir die Qualitätssicherung aussehen?", "gibt es eine Aufwandsentschädigung?" klären soll. Nach diesen Kriterien wird dann ein angehender KPJler seine Wunschklinik schon im Internet vorselektionieren können. Und genau das soll auch das Problem der Studierenden, die sich ihr Medizinstudium nur mit der eigenen Erwerbstätigkeit finanzieren lösen: Die peripheren Spitäler werden zahlen - angeblich.

 

In jedem Krankenhaus soll es einen Koordinator pro Studium, einen pro Fach und einen Koordinator für alle Studenten geben. So soll dann auch die Qualitätssicherung ein Leichtes werden, sobald Probleme auftreten - wenn zum Beispiel die Lehre nicht zufriedenstellend stattfindet und man nur Blutabnehmen lernt - kann man sich an mehrere Stellen wenden und bei Bedarf die Station oder den Standort wechseln. Wie sich dann drei Umzüge in einem Jahr in der Praxis bewähren ist ein anderes Thema. Auf jeden Fall soll sich der KPJler Markt dann selbst regeln, weil durch die flächendeckende Evaluation Standorte mit unzureichender Lehre einfach von den KPJlern ausgelassen werden - es wird sowieso mehr als genug Ausbildungsplätze geben.

 

Warum ist das KPJ eigentlich besser als das Tertialsystem?

Laut ÖH wird man sich im KPJ seine Klinik aussuchen können - im Vergleich dazu wird man in den Tertialen einfach zugeilt. So können beispielsweise Nichtwiener früher nachhause wechseln. Für Wien erwartet man sich weniger Nachfrage weil doch von Famulaturen bekannt sein sollte, dass man teilweise auswärt mehr lernt als im AKH. Weiters ist man im KPJ flexibler. Dadurch, dass man alle acht Wochen einsteigen kann und man zwischen den drei Teilen beliebig pausieren darf, ist es möglich das KPJ einfach und ohne viel Zeitverlust aufzuteilen. Vor allem ist die Zeit, die man im KPJ in einem Team länger als in den Tertialen verbringt ein entscheidender Faktor. Es soll auch die Möglichkeit geben, frei durch verschiedene Stationen in einem Krankenhaus zu rotieren. So soll man zum Beispiel einen Patienten von der Ambulanz, über die Innere, die Chirurgie und die Intensivstation bis zur Entlassung verfolgen können.

 

Wenn Du sie nicht überzeugen kannst - verwirre sie!

Scheint das Motto der MUW zu sein! Was ändert sich also für die derzeitigen Studierenden? Es wird keine SIP 6 mehr geben, die Tertiale aus der ersten Hälfte des sechsten Jahres werden in das fünfte Jahr verschoben. Also wird der jetzige vierte Jahrgang diese Tertiale gleichzeitig mit dem jetzigen dritten Jahrgang durchmachen - eine Menge Spaß ist vorprogrammiert. Warum Tertiale überhaupt beibehalten werden weiß niemand. Eine “SIP 4a” - nicht SIP 4 weil die Prüfungsinhalte anders sind - wird Ende Feber stattfinden und die Blöcke/Tertiale Derma, Chirurgie, Public Health und Bewegung, Leistung und Schmerz abprüfen. Block 20 - was viele freuen wird - wird, außer in den Pharmaseminaren, gar nicht mehr geprüft. Ein offizieller Plan, wie das modifizierte Curriculum aussehen wird, lässt noch auf sich warten. Allerdings werden einige Blöcke wohl verschoben, hin und hergetauscht und können im System nicht anders als jetzt numeriert werden. In Zukunft wird man an der Meduni Wien wohl auch noch ein neues Zahlensystem einführen. Im sechsten Jahr kommt dann eben das KPJ - irgendwo in irgendeinem Spital. Die praktische Abschlussprüfung am Ende des KPJs soll aber auf jeden Fall an der Stammuniversität erfolgen um einheitliche Standards aufrechtzuerhalten.

 

So leid uns das tut - aber genau dieser konfuse Mix aus "vielleicht" und "scheint zu sein" stellt den aktuellen Wissenstand des noch sehr jungen klinisch-praktische Jahr für Wien dar. Dies sind die aktuellen Entwicklungen wie sie bei der KPJ Informationsveranstaltung präsentiert wurden, weitere Details werden demnächst - mit Sicherheit - folgen. Man darf sich also auf weitere Ankündigungen und Informationen unserer Studentenvertreter freuen. Dann wird mit Sicherheit auch mehr Klarheit in die Causa kommen.

WS, AN

Kommentare

himbeere User offline. Last seen 1 Woche 5 Tage ago.
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für studierende eltern ist das kpj eine katastrophe.

schallvogl User offline. Last seen 1 Stunde 36 Minuten ago.
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Wie wird dann erst der Turnus sein...

glueckwunsch User offline. Last seen 3 Stunden 35 Minuten ago.
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4. Jahr Humanmedizin (neuer Studienplan)
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Turnus-Geld für Kinderbetreuung zu den kritischen Zeiten
KPJ-kein cent

proxy User offline. Last seen 2 Wochen 2 Tage ago.
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5. Jahr Humanmedizin (neuer Studienplan)
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Geld, Geld, Geld regiert die Welt!!
Egal wie scheiße die Ausbildung und der Arzt danach, hauptsache es gibt Geld! Wink
 

mediloge User is online
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3. Jahr Humanmedizin (neuer Studienplan)
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Glaubst du ne angemessene Aufwandsentschädigung für die Systemerhalter von morgen würde irgendwas verändern in der Ausbildung?

glueckwunsch User offline. Last seen 3 Stunden 35 Minuten ago.
Medizinstudent
4. Jahr Humanmedizin (neuer Studienplan)
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achso, du betreust meine kinder also für luft und liebe?
passt.
ich brauch bitte folgendes:
in die schule/kindergarten bringen: 6:30-9:00 Uhr Montag - Freitag
einmal die woche um 12:30 Uhr abholen und bis 15:30 Uhr beschäftigen.
schreib mir eine pn und ich sag dir die adresse.
 
5jahre und 8monate alt, recht pflegeleicht. windel wechseln, essen machen und hervorragender umgang mit den beiden natürlich vorrausgesetzt.
 
achso, du hast geglaubt ich brauch die kpj-aufwandsentschädigung zum saufen? na.

einfallslos User offline. Last seen 3 Stunden 34 Minuten ago.
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 Ich versteh' die Aufregung eigentlich gar nicht, wenn ich ehrlich bin. Was passt den meisten am KPJ nicht? Dann gibt's halt keine Aufwandsentschädigung - und? Problematisch wird's dann ohnehin nur für die, die arbeiten gehen müssten nebenbei. Ich weiß nicht, wie hoch der Anteil der Betroffenen ist, und selbstverständlich verstehe ich bei denen, dass sie sich beschweren, aber ansonsten finde ich's recht gut, dass sich unser Studium in diese Richtung ändert. Und die ganzen Vorwürfe contra ÖH leuchten mir auch nicht ganz ein, da sie uns eigentlich im Vorhinein über etwas informiert haben, was wir prinzipiell gar nicht wissen sollten..

glueckwunsch User offline. Last seen 3 Stunden 35 Minuten ago.
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4. Jahr Humanmedizin (neuer Studienplan)
Beigetreten: 27.05.2009
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"Dann gibt's halt keine Aufwandsentschädigung - und? Problematisch wird's dann ohnehin nur für die, die arbeiten gehen müssten nebenbei."
 
Kurze Info:
Anteil der Studierenden mit berufstätigkeit neben des Studiums: 60%
Durchschnittliches Arbeitsausmaß dieser Studenten: 20h/Woche
 
Abgesehen davon, dass du diese Zahlen offensichtlich nicht kennst (was man dir nicht vorwerfen kann), strotzt deine Aussage nur so vor Arroganz und Egoismus. Problematisch wird's dann ohnehin nur für die, die sich kein Essen leisten können, aber ansonsten find ich unser System ok.
Ein junger deutscher Arzt hat mal gesagt, das Problem unter den Medizinstudenten sei nur die mangelnde Solidarität. QED.
 
Hinter meiner vorder meiner links rechts gülts nix, ober meiner unter meiner siech i nix.
Gspia i nix, hea i nix und i riach nix, denk i nix und red i nix und tua i nix.
Wenn da Wind waht in di Gossn, wenn da Wind waht am Land - wenn da Wind waht, da steckt a sei Köpfal in Sand. (http://www.youtube.com/watch?v=hDeFYKmgePQ)

einfallslos User offline. Last seen 3 Stunden 34 Minuten ago.
Medizinstudentin
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 Also, ich würde sagen, dass es äußerst arrogant und anmaßend ist, ein Urteil über jemanden zu fällen, den man nicht einmal kennt.
Wenn du zu den 60% zählst, für die das ein Problem ist, wiederhole ich mich gern nochmal, dass ich dich verstehe. Ich habe sehr wohl Mitgefühl für all jene, denen es dann mies geht. Zufälligerweise ist das auch einer der Gründe, wieso ich Medizin studiere; ABER du wirst verstehen, dass es mir mittlerweile auf die Nerven geht, wenn Leute nur sudern. Egal wohin ich gehe höre ich ausschließlich Schlechtes über das praktische Jahr, obwohl mir scheint, dass nicht alles schlecht sein kann. Ein Großteil der Medizinstudenten regt sich überhaupt gnadenlos über alles auf, was mit der Uni (Lehre, Bedingungen, etc.) oder dem zukünftigen Beruf (Bezahlung, Arbeitsstunden, etc.) zu tun hat. Das nervt und hat nichts mit mangelnder Solidarität meinerseits zu tun.
Dein q.e.d. kannst du in meinen Augen also hier getrost vergessen.

PoT User offline. Last seen 1 Woche 3 Tage ago.
Medizinstudent
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Ah da sind ma wieder mit dem Märchen von den 60% der Studierenden, die 20h/Woche Arbeiten. Dabei muss man wirklich nur 5 Minuten in die Studierendensozialerhebung schauen und sieht, dass sowieso nur 45% durchgehend Arbeiten und auf die Gesamtzahl der Studierenden es 10% sind, die mehr als 35h/Wo Arbeiten, 9% 20-35h/Wo, 12 % 10-20h/Wo und 0-10h/Wo nochmal 10%. Daraus lässt sich zwar Ableiten, dass die durchschnittliche Arbeitsdauer ca. 20h/Wo ist, aber wenn man die 10% Vollzeitbeschäftigten weglässt, weil man annehmen kann, dass sie eher neben der Arbeit studieren, als umgekehrt, kann sich jeder selbst überlegen was mit der Stundenanzahl passiert. Außerdem sind auf den Medizinischen Universitäten sozwieso nur 49,1% der Studierenden erwerbstätig (durchschnittliches Ausmaß 12,5h), und das sind jetzt durchgehend Arbeitende und "Ferienjobber" gemischt. Jetzt noch die Frage wer muss zum Leben Arbeiten, sind 75,5% (aller Erwerbstätigen Studierenden), das heißt also das an der Medizin nicht mal 40% der Studierenden, wahrscheinlich nicht mal 1/3 Arbeiten um sich den Lebensunterhalt zu verdienen.
 
Also Phrasen klopfen und undifferenziert Prozentzahlen raushausen, das hört man gerne.

PoT User offline. Last seen 1 Woche 3 Tage ago.
Medizinstudent
Beigetreten: 27.05.2009
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Ganz ehrlich, du bist auch so ein Gutmensch. Selber nix verdienen, keine Ahnung von der Materie haben, dafür aber sich furchtbar aufregen, über eine vollkommen neutrale Analyse. Nicht das die Arbeitsbelastung in unserem Studium nicht sowieso immer genauso hoch ist: 20 Stunden die Woche hat man Vorlesung und Seminar und dazu kommen noch 5 Stunden die man zwischen zwei Seminaren rumhängen muss, also zusammen 25 Wochenstunden und dann lernt man noch 1-2 Stunden am Tag oder wahrscheinlich mehr, macht in der Summe mindestens 30 Stunden/Woche. Und in den Tertialen ists nicht besser. Fängt um 8 in der Klinik an und hört um 4 im Seminar auf. Aber in der Stunde Mittagspause kann ich schlecht arbeiten, also 36 Wochenstunden (ein Nachmittag ist frei). Dazu noch 2 Stunden Lernzeit: 46 Wochenstunden. Wo ist jetzt das Problem mit dem PJ?
 
Verstehe beim besten Willen nicht, wie du draufkommst, dass mir alle andern scheißegal sind. Ich hab nur nen Kommentar geschrieben, dass die immer wieder zitierten 20h/Wo 60% Erwerbstätige einfach falsch sind. Und jetzt hab ich nen Kommentar geschrieben, ...

mediloge User is online
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3. Jahr Humanmedizin (neuer Studienplan)
Beigetreten: 24.06.2009
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Und darauf kommt es also an, dass statt 2/3 nur 1/3 ins Existenzminimum rutschen?
Ich gehöre selbst zu den Leuten die nichts dazu verdienen müssen - das heißt aber doch nicht, dass mir die anderen Leute scheissegal sind.. ? Also manchmal versteh ich die Einstellung von vielen Leuten hier nicht.. Ich hoffe ihr geht in die Forschung oder werdet Pathologen.
Und ganz abgesehen davon finde ich es einfach angemessen zumindest ein zivildienstähnliches Gehalt zu bekommen wenn ich im bei der Krankenhausarbeit mithelfe. Schließlich verdient das Krankenhaus ja auch an mir.
 

einfallslos User offline. Last seen 3 Stunden 34 Minuten ago.
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Man muss sich hier echt wiederholen.. Mich nervt das Sudern, das Schlechtmachen der ÖH, der Arbeitsbedingungen, der Bezahlung etc.. Kn Österreich sudert man halt gerne mit anstatt einmal abzuwarten und zu schauen wie's wird. Und ich hoffe eher, dass du Pathologe wirst oder in die Forschung gehst, mediologe, weil der Unterschied zwischen uns der ist, dass ich es kaum erwarten kann, dass ich anfange zu arbeiten unabhängig v. Bezahlung, während du es kaum erwarten kannst, dass du anfängst v. deiner Arbeit zu verdienen - wohlgemerkt ohne Existenzsorgen.. Du wirst verstehen, dass du f. mich alles andre als ein selbstloser Kollege bist.

miri. User offline. Last seen 2 Tage 1 Stunde ago.
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1. Jahr Humanmedizin (neuer Studienplan)
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Und wo kriegst du dein Geld her? Irgendwer wird wohl auch das Geld verdienen müssen von dem du lebst...
Ich weiß ja nicht in was für einer Welt du lebst. Aber in der, in der ich lebe braucht man Geld um zu überleben.
schön für dich wenn du es dir leisten kannst gratis zu arbeiten, aber den meisten geht es nicht so. es ist wirklich eine frechheit zu behaupten dass du deswegen ein besserer arzt wärst.

einfallslos User offline. Last seen 3 Stunden 34 Minuten ago.
Medizinstudentin
Beigetreten: 02.04.2011
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 Von meinen Mittelklasse-Eltern.. Und somit habe ich dir auch geantwortet in welcher Welt ich lebe. Die Unterstellung, dass ich zu dumm wäre, zu wissen, dass man von Geld lebe, ist ja wirklich sehr einfallsreich. Ich werde kein besserer Arzt deswegen. Das war meine Antwort auf einen ach-so-mitfühlenden Kollegen, der nur 'mitleiden' will, weil's grad passt.. Verstehen kann er das aber bei weitem nicht, wenn er meint, er habe mit dem System absolut keine Existenzprobleme. Und nein, ich will keinesfalls ohne Bezahlung arbeiten; ich finde es aber auch belustigend, dass wir in einem Land leben, wo man für's Studium fast gaaaar nichts zahlen muss (außer lächerliche 17 Euro) und anstatt dass die Leute dafür dankbar sind - wofür ich ABSOLUT DANKBAR bin - beschwert man sich, weil's auch mal unangenehme Teile gibt. Es ist Teil des Studiums, für das wir zumindest jetzt noch nichts zahlen müssen, und für solche Arbeiten wird man nun mal nicht bezahlt. Wenn man Bezahlung haben muss, soll man doch in die Bundesländer gehen, wo auch nebenbei erwähnt die Lebenserhaltungskosten zumeist niedriger sind.. Aber das ist ein Kompromiss, den auch niemand schließen will.

creative89 User offline. Last seen 2 Wochen 6 Tage ago.
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3. Jahr Humanmedizin (neuer Studienplan)
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Nun, hier von politisch-motvierten Statements zu sprechen, halte ich für überzogen. Die Kritik im Artikel wird ganz bewusst nicht an der ÖMU, sondern an der ÖH, die diese Infoveranstaltung abhielt, geübt und das in erster Linie an der Art und Weise, wie und was den Studenten dort präsentiert wurde.
KPJ hin oder her, mir ist noch nicht ganz klar, welche Ziele die Veranstaltung verfolgt hat (die Verschwörungstheoretiker müssten hier jetzt dementsprechend eine Werbekampagne der ÖH vermuten), denn im Endeffekt wurden jene Detaillösungen, die allen betroffenen Studenten derzeit am meisten interessieren dürften, ohnehin nicht kommuniziert bzw. überhaupt auch in Kommission/Senat noch nicht diskutiert. Und auch der Rest ist ja de facto noch keine beschlossene Sache.
Ich wäre weitaus zufriedener gewesen, wenn man alle diese wagen Infos erstmal einfach online publiziert hätte, um dann, wenn das KPJ und die konkreten Übergangslösungen zu 100% fixiert sind, eine entsprechende Veranstaltung und Diskussion zu initiieren.
Versteht mich nicht falsch, ich bin mir dessen bewusst, dass nicht die ÖH die Einführung des KPJ veranlasst hat und auch in Bezug auf Fragen wie Aufwandsentschädigung nicht so leichtes Spiel hat, wie manche das gern hätten, aber was mich betrifft, ich bin am Montag nicht mit entscheidendem Mehrwissen über diese doch einschneidende Veränderung im Studienplan aus dem Hörsaal gegangen und bin sicher nur einer von vielen, die sich vielleicht ein paar mehr Fakten - zu einem nicht unkritischen Zeitpunkt - erhofft hätten.

PoT User offline. Last seen 1 Woche 3 Tage ago.
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Du willst dann zu diskutieren anfangen, wenn alles zu 100% fixiert ist?

peds_freak User offline. Last seen 37 Minuten 14 Sekunden ago.
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2. Jahr Humanmedizin (neuer Studienplan)
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"Insgesamt darf ein Student fünf Fehlwochen - wie Urlaub, Krankheit, Pfeiffer'sches Drüsenfieber... - haben"
Seit wann muss man seine Urlaubstage in Anspruch nehmen, wenn man krank ist?!

Cer User is online
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4. Jahr Humanmedizin (neuer Studienplan)
Beigetreten: 27.05.2009
Beiträge: 86

weil es keine urlaubstage sondern fehltage sind

proxy User offline. Last seen 2 Wochen 2 Tage ago.
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5. Jahr Humanmedizin (neuer Studienplan)
Beigetreten: 26.06.2011
Beiträge: 15
Gruppen: Keine

 Gratulation, mit dem Artikel schafft ihr es glatt in die Heute oder Kronen Zeitung. Statt objektiven Artikeln mit Verbesserungsvorschlägen nichts als Populismus und Negativität. Wink

sinalco User offline. Last seen 14 Stunden 44 Minuten ago.
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2. Jahr Humanmedizin (neuer Studienplan)
Beigetreten: 27.05.2009
Beiträge: 31

Auch dieser Artikel zeigt wieder ganz klar, wer hinter Medizinstudium.at steckt. Jetzt ist mir auch ersichtlich wieso ein (meiner Meinung nach zu agressiver) roter Hintergrund für's Forum gewählt wurde, da hat wohl der SPÖ Layouter seine Finger im Spiel gehabt Laughing out loud
 
Liebe Leut, wenn ihr überparteilich sein wollt, dann machts das auch...

mediloge User is online
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3. Jahr Humanmedizin (neuer Studienplan)
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Wie wäre es wenn irgendwelche "Seiten" aufhören könnten Wahlkampf hinter allem zu vermuten?
Ich habe zum Beipsiel überhaupt nix mit irgendeiner Partei zu tun und habe die OEMU gewählt.. Trotzdem sehe ich es kritisch wie sie manche Dinge behandeln. Es so einfach zu akzeptieren, dass es heißt wir bekommen keine Aufwandsentschädigung fürs KPJ finde ich von einer ÖH komisch...

Cjara User offline. Last seen 2 Wochen 5 Tage ago.
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Gruppen: AKH Wien

Ich persönlich glaube, wenn von Anfang an Aufwandsentschädigungen gefordert werden würden, dass die KH's dann auch was dafür haben wollen und für die dann von Anfang an klar ist und sich das ganze festfahren wird, dass ein PJ Student ein Spritzenschani und Turnusarztersatz ist.
Und es wäre dann schwerer zu argumentieren, dass wir eigentlich von denen was wollen, nämlich gute Lehre. 
Meine persönliche Meinung ist, dass PJ Studenten sehr wichtig werden, speziell für die KH's, die Nachwuchsprobleme haben: 
1. sie helfen sicherlich auch bei Routinetätigkeiten
2. wenn mal ein Student die Abteilung kennt und happy ist, dann wird er auch eher bleiben
--> und deshalb glaube ich, dass die dann auch bald was zahlen werden, um Studenten zu bekommen

Und zusätzlich, wenn ich mir meine eigenen Tertiale im 6. Jahr grad ansehe, dann scheint das PJ System sogar flexibler zu sein; Ein Nachtdienst und ihr könnt z.B. eine ganze Woche lang früher gehen oder auch mal freinehmen. Zusätzlich gibts auch noch die 5 Wochen. Also ich glaube, dass es fürs Arbeiten einfacher ist als derzeit. Bei uns jetzt im 6. Jahr: Vormittag 8 - 9 Uhr Beginn in der Klinik, am Nachmittag bis 16:30 Seminare mit Pflichtanwesenheit;
Ehrlich gesagt, habe ich bei Famulaturen mehr mitgenommen als jetzt gerade und deshalb glaube ich, dass ihr vom PJ auch mehr profitieren werdets, als von den Tertialen jetzt.
Ihr könnt euch das KH ansehen, wo ihr später arbeiten möchtet und im besten Fall dort gleich nach dem PJ anfangen. Im schlechteren Fall, solltet ihr sehen, dass das Klima einfach nicht zusagt, dann wisst ihr das auch und das KH wird euch danach nicht bekommen.

mediloge User is online
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Ein PJler wird so oder so ein "Spritzenschani und Turnusarztersatz " sein. Ob mit Bezahlung oder ohne. Wer soll diese Aufgaben denn sonst übernehmen wenn es keine Turnusärze mehr gibt. Es ist ja meiner Meinung auch OK so. Man ist schließlich im Krankenhaus um die Basics zu lernen.
Ihr kommt auf lustige Ideen Wink

glueckwunsch User offline. Last seen 3 Stunden 35 Minuten ago.
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geh sei ned so negativ!
weiß eh jeder das mit der turnusabschaffung und kpjeinführung auch eine patientenumstrukturierung kommen wird.
in zukunft werden nur mehr patienten stationär aufgenommen, die sich selber blut abnehmen und infusionen anhängen. weil die kpjler werden nur im schockraum stehen und leben retten sowie bei den transplantationen die erste assistenz machen.

mediloge User is online
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Beiträge: 170

Haha, danke dafür, dass du mir die Augen geöffnet hast Smile
Verstehe garnicht wieso mir das nicht gleich klar geworden ist.

Katharina07 User offline. Last seen 13 Stunden 47 Minuten ago.
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Also wenn ihr hier schon einen Artikel veröffentlicht, dann bitte einen Ernst zu nehmenden!
Ich finde es schon ziemlich mieß, dass die ÖMU hier so arg verrissen wird.
 
Vielleicht hättet ihr nach der Veranstaltung noch ein wenig bleiben, und euch persönlich mit den Vertretern der ÖMU unterhalten sollen, da wurden sehr viele Fragen nochmal eingehend geklärt (auch einige von denen, die ihr hier stellt) aber das ist halt mit mehreren 100 Studenten, wo 5mal die gleichen Fragen kommen, weil wohl die Hälfte nicht aufpasst, nicht möglich.
 
Wenn man es objektiv betrachtet, ist es nicht möglich, alles auf einmal zu planen und ein Beschluss muss dem anderen folgen. Ich werde lieber immer wieder über die Fortschritte informiert, anstatt einmal vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.
 
Ich selber steh dem KPJ auch kritisch gegenüber und bin gespannt, was sich noch so alles ändern wird. Aber bevor ihr hier der ÖMU den Schwarzen Peter hinschiebt, solltet ihr vielleicht selber mal Lösungsvorschläge bringen! 

asmeidos User offline. Last seen 15 Stunden 1 Minute ago.
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fairerweise könnte man ruhig dazu schreibn, dass die "opposition" tatsächlich die opposition war... das tut dem kritischen journalismus keinen schaden!
 
 
auch der schluss: schnellschuss weil da ja nur ein zeitungsartikel von der öh war ... ist trügerisch.. aber das wisst ihr vermutlich eh auch...
 
und überhaupt legt der artikel nahe, dass alle schlechten änderungen/umsetzungen sowieso nur die schuld der öh ist... und das ist - bei aller liebe zum sudern und raunzen und auch trotz durchaus auch berechtigter kritik wohl nur populistischer sensationsjournalismus...
 
finds trotzdem gut, dass ihr euch kritisch zeigt!
 
 
 

klanasani User offline. Last seen 1 Tag 13 Stunden ago.
Assistenzarzt
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wie kann das die opposition gewesen sein, wenns doch gar keine partei/fraktions-veranstaltung war?
opposition zu wem?

görg User offline. Last seen 17 Stunden 2 Minuten ago.
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4. Jahr Humanmedizin (neuer Studienplan)
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Beiträge: 232

"Eine Famulaturreduktion von 18 auf zwölf Wochen, was ab 01.03.2012 gelten soll" = keine Pathofamulatur für Leute, die das noch nicht erledigt haben? Auch wenn sie kein KPJ haben werden? Versteh ich das richtig?

wbs User offline. Last seen 10 Stunden 48 Minuten ago.
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"Bis dahin sollen alle ihre bisherigen Famulaturpläne beibehalten."
Übergangsregelungen sind noch nicht 100%ig geklärt, ich würd' Mal zumindest warten bis _irgendetwas_ Offizielles von der Uni kommt.
Laut: http://forum.uv-medizin.at/viewtopic.php?p=158#p158
"Für die zukünftigen KPJ-Jahrgänge werden 4 Wochen Innere und 4 Wochen Allgemeinmedizin Pflicht sein. Vorerst bleibt aber alles beim Alten, wie die Übergangsbestimmungen für das jetzige 2. und 3. Jahr ausschauen kann man noch nicht genau sagen, das wird sich in den nächsten Wochen klären. Ich würde also vorerst nichts an bereits ausgemachten Famulaturen verändern, sondern noch etwas abwarten. Für die jetzigen 4.-6. Jahre bleibt aber alles gleich wie bisher."

görg User offline. Last seen 17 Stunden 2 Minuten ago.
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"Für die jetzigen 4.-6. Jahre bleibt aber alles gleich wie bisher." = doch Patho für mich. Aber mal abwarten und Tee trinken.. Danke

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